5D: Wenn die Masken fallen – Theaterarbeit voller Spannung und Emotionen
Am 11. Juni 2026 fand der zweite Teil des theaterpädagogischen Workshops der Klasse 5D mit der feinfühligen Theaterpädagogin Bettina Stokhammer statt. Im Mittelpunkt stand F. Dürrenmatts berühmtes Drama „Der Besuch der alten Dame“ – ein Stück voller Spannung, moralischer Fragen und überraschender Wendungen.
Bereits die Aufwärmphase sorgte für viel Bewegung und Action. Durch abwechslungsreiche Einstiegsübungen schlüpften die Schülerinnen und Schüler in die unterschiedlichsten Rollen und lernten, Figuren nicht nur zu spielen, sondern regelrecht zu erspüren. Intuitiv erkannten sie Stimmungen, machten die Atmosphäre des Ortes Güllen greifbar und trainierten dabei Aufmerksamkeit, Respekt und ihr Gespür für die Wirkung von Körpersprache und Umgebung.
Gemeinsam wurden zentrale Themen des Stücks wie Hoffnung, Verzweiflung, Versuchung und Verantwortung erarbeitet. Besonders die Rede des Bürgermeisters und das Symbol der neuen gelben Schuhe führten zu spannenden Diskussionen über die Veränderungen im Dorf und die zunehmende Bedrohung für Alfred Ill.
Die wichtigsten Passagen des Dramas wurden herausgearbeitet, zusammengefasst und schließlich in einer modernen, eindrucksvollen Theatercollage dargestellt. Dabei entstanden intensive Szenen voller Spannung und Ausdruckskraft. Ein besonders bewegender Moment war die Darstellung von Alfred Ills Erkenntnis: „Ich bin verloren.“ Auf dieses Signal hin ließen alle Mitwirkenden ihre Zeitungen sinken und wandten sich ihm zu. Anschließend wurden die Zeitungen in Streifen gerissen, während die Schnipsel lautlos auf Alfred herabfielen. Für einen Augenblick herrschte völlige Stille – ein Gänsehautmoment, der die ausweglose Situation der Figur eindrucksvoll sichtbar machte.
Mit großer Begeisterung und viel Kreativität beteiligten sich die Schülerinnen und Schüler an den Übungen. Sie hatten nicht nur sichtlich Spaß am Spiel, sondern lernten auch, sich zu behaupten, vor anderen aufzutreten, Hemmungen abzubauen und ihre eigene Stimme bewusst einzusetzen. Das gemeinsame Arbeiten stärkte ihr Selbstvertrauen und ihre Ausdrucksfähigkeit.
Ein herzlicher Dank gilt Frau Bettina Stokhammer, die mit viel Einfühlungsvermögen, Fachwissen und Begeisterung die Jugendlichen durch diesen spannenden Workshop führte und ihnen einen lebendigen Zugang zur Welt des Theaters ermöglichte.
Prof. Alexandra Albrich
Prof. Driss Tabaalite








